Kurzgefasst: Gute Arbeit. Gutes Leben.

Unser Landkreis ist Schlusslicht bei Löhnen und Rente! Auch wenn sich die Region wirtschaftlich gut entwickelt, kommt bei den Menschen davon viel zu wenig an. Noch immer verdienen die Chamerinnen und Chamer wesentlich weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen in anderen Teilen der Oberpfalz. Im Durchschnitt müssen die Menschen bei uns mit etwa 900 Euro weniger auskommen als beispielsweise in Regensburg. Wer den Landkreis für Fachkräfte attraktiv machen will, der muss nicht nur Arbeitsplätze schaffen, sondern auch für angemessene Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen sorgen. Hier trägt die Kommune Verantwortung – und entgegen der landläufigen Meinung hat sie auch Handlungsspielräume. Mittlerweile ist in Bayern nur noch jeder vierte Betrieb tarifgebunden, im Landkreis dürfte diese Zahl sogar noch geringer sein. Die mittleren Tagesentgelte bei Vollzeitbeschäftigten in tariffreien Betrieben liegen in Bayern im Schnitt 21,6 % unter denen mit Tarifbindung. Ein Tarifvertrag bleibt der Schlüssel zu fairen Löhnen. Gemeinsam mit den Gewerkschaften setzen wir uns daher für die Einführung kommunaler Tariftreueregelungen ein, wie sie beispielsweise die Stadt München bereits hat. So sollen öffentliche Aufträge und Wirtschaftsförderung nur noch an Unternehmen vergeben werden, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Tarif bezahlen und betriebliche Mitbestimmung ermöglichen. Wir wenden uns entschieden gegen ein mit Steuergeld subventioniertes, staatliches Lohndumping. Der Landkreis Cham darf nicht zum Eldorado für Dumpinglöhner werden, sondern muss sich für Gute Arbeit stark machen und entsprechende Maßnahmen ergreifen.